über wir-sind-sichtbar

Manchmal beginnt Innovation im Alltag.

Ein abendlicher Spaziergang, meine beiden schwarzen Hunde im Dunkeln – und die Unsicherheit, was sie im Gebüsch aufnehmen könnten. Aus diesem Moment entstand die Idee für ein Licht, das nicht nur Hundehalter beruhigt, sondern auch Kinder auf dem Schulweg sichtbarer macht.

Meine Idee: ein Licht zu entwickeln, das man unterhalb des Hundekopfes anbringen konnte, um den Bereich zwischen Kopf und Boden
auszuleuchten.
Der erste Versuch, Licht am Hund anzubringen, und die Wirkung zu testen, war ein Haarreif vom Fasching mit leuchtenden Teufelshörnchen. Diesen
befestigte ich am Hundegeschirr und marschierte am Abend los.
Ich traf auf dieser Testrunde eine ältere Dame, die sich wunderte, dass mein
Hund ein merkwürdig leuchtendes Ding am Geschirr hatte, und sie fragte
mich, was das sei. 

Ich erklärte ihr kurz mein Vorhaben, und sie sagte:
„Wenn Ihr Hundelicht fertig ist, hätte ich gern ZWEI STÜCK :)"
Von dem Moment an war ich nicht mehr zu bremsen, und ich tüftelte so
lange, bis das erste Lightee fertig war. Und es funktionierte genau so, wie
ich es mir vorgestellt hatte: Ein Leuchtkegel unterhalb des Hundekopfes, in
dem man sieht, ob der Hund im Dunkeln die Schnute aufmacht und etwas
fressen möchte. Und das auf eine Leinenlänge von 5m!
Zusätzlich konnte man meine Hunde nun besser sehen, was auch gegen
Radfahrer half, die uns unterwegs im Dunkeln entgegen kamen.

Mit dem Licht ausgestattet waren meine Hunde nun besser sichtbar
unterwegs als meine Kinder - das musste ich ändern! Also wieder rein in die
Werkstatt, und es entstand das erste Licht für Schulranzen.

Es hatte die Aufgabe, meine Kids besser sichtbar zu machen für
entgegenkommende Verkehrsteilnehmer und beim Uberqueren der
Strasse zwischen parkenden Autos.
Und eine weitere Eigenschaft war mir ganz wichtig:

Morgens auf dem Weg zur Schule gab es „dunkle Ecken", die meine Kinder
als gruselig empfanden. Das Lightee leuchtete nach vorne, also in
Blickrichtung des Kindes, und machte die nahe Umgebung durch das warm
weiße Licht wesentlich freundlicher. Damit war auch dieses Problem gelöst.
Das Lightee ist gut durchdacht, und auf den sicheren Umgang in
Kinderhand ausgelegt. Es hat einen kleinen Schiebeschalter, der hinter
einer Kurve des Gurtbands positioniert ist, damit sich niemand daran
ratschen kann. 

Das Gehäuse ist robust, und es werden wiederaufladbare AAA Batterien
verwendet.
Buntes Gurtband war und ist das perfekte Material, um flexibel damit
arbeiten zu können - und es ist in den gängigen Schulranzenfarben
erhältlich.
Die drei Ösen verhindern ein Aufribbeln des Gurtbands um die LEDs
herum, und umschliessen die LEDs so, dass die Kabel im Innenteil
spritzwassergeschützt sind.
Die LEDs selbst wählte ich in 13000mcd warm weiß, um ein Licht zu
erhalten, das warm und liebevoll leuchtet, und die Umgebung weniger
gruselig macht. 

Als die ersten Lightees per Hand - also mit Nähnadel, nicht mit
Nähmaschine - genäht und gelötet waren, marschierten meine beiden Kids
und ich damit regelmäßig zur Schule. Wir trafen auf Eltern, Lehrer und
Mitschüler - und alle waren begeistert.
Es kam schnell die Frage auf, wo man die Lightees kaufen kann. Ich erstellte
die erste Website, und setzte mich dann eintach mal ans Telefon, um
einigen Schulranzen-Onlineshops das Licht für ihr Sortiment anzubieten ( Verkäuferherz halt ). 

Und was soll ich sagen: Die Antwort des ersten Shopbetreibers war:
„Ich nehme 100 Stück."
АААААНННН Panik ! Wie soll ich die fertigen???
Also bin ich mit einem Stück Klettband und einem Stück Gurtband ab zum
Nähmaschinengeschäft, habe mir dort erklären lassen, wie man nun das eine Teil an das andere bekommt, und hab dann meine erste Nähmaschine
gekauft.
Vier Wochen später wurden 100 Lightees ausgeliefert dank der Hilfe
meiner Familie. Es wurde gelötet, genäht, Beipackzettel gefaltet, und Nähte
versäubert.
Aufgrund mehrerer Anfragen kamen dann zusätzlich zwei unterschiedliche
Lightees für's Hundegeschirr mit in den Shop.
Der Unterschied: die äußeren Schlaufen sind einmal kürzer gearbeitet, was
einen festen Sitz an Hundehalsbändern und Geschirren mit einer Breite von
2,5 - 4cm ermöglicht.
Die zweite Variante kann an Geschirren mit 5cm breitem Gurtband genutzt
werden. 

Und es taten sich noch mehr Einsatzmöglichkeiten auf:
Meine Freundin hatte gerade Baby Nr. drei bekommen, und erzählte eines
Nachmittags von ihrem letzten Spaziergang mit Kinderwagen im Dunkeln.
Ein Radfahrer hatte in einer Kurve fast ihren Kinderwagen gerammt. Wir
probierten, das Lightee an einer der Stangen des Kinderwagens zu
befestigen - das funktionierte prima:)
Es fanden sich gleich mehrere Stellen, an denen man das Lightee mühelos
ankletten konnte. Sogar vorne am heruntergeklappten Verdeck, da wirkte
es wie ein kleiner Scheinwerfer nach vorne.
Das vierte Einsatzgebiet wurden dann die älteren Menschen, die mit einem
Rollator unterwegs sind. Ältere Menschen tragen zumeist unempfindliche,
dunkle Kleidung. Daher sieht man sie leider nicht sehr gut in der dunklen
Jahreszeit. Am Rollator finden sich aber die gleichen oder ähnliche Stangen
wie am Kinderwagen. Man kann also problemlos das Licht auch am Rollator
befestigen. 

Durch die Arbeit an den unterschiedlichen Einsatzbereichen vertiefte ich
mich immer mehr in das Thema Sichtbarkeit im Strassenverkehr, und
welche Möglichkeiten es gibt, um diese zu verbessern.
Natürlich kann man, wie mit den Lightees, aktives Licht verwenden, um sich
unterwegs besser sichtbar zu machen. Es geht aber auch in passiver Form,
also mit Reflektoren. Radfahrer, Jogger, Hundebesitzer,... Es gibt so viele unterschiedliche „Nicht-Autofahrer", ", und es war mein Wunsch, ein Reflex-
Produkt für diese Zielgruppe zu entwickeln.
Als Ergebnis einiger weiterer Wochen der Tüftelei waren die Reflex-Stulpen
geboren. Diese funktionieren wie folgt:
Für die Arme sind sie als Schlauch gearbeitet, so dass man nicht nur ganz
einfach hineinschlüpfen kann, sondern auch die Möglichkeit hat, sie einfach
an der Jacke zu belassen für die Winterzeit. Gummizüge an beiden Enden
sorgen für einen guten Sitz.

Die Stulpen für die Beine werden einfach um die Wade herumgelegt, und
mittels Klettverschlüssen befestigt. So müssen die Schuhe nicht
ausgezogen werden, um die Stulpen zu nutzen.
Die Farbauswahl für die Arm- und Beinstulpen wurde mit sinnvoller
Tagessichtbarkeit kombiniert. So gibt es sie in den Farben neongelb,
neonorange, und unauffällig in schwarz ( beliebt bei Motorradfahrern ).
Um einen gemeinsamen Onlineshop für diese beiden Produkte aus
eigenem Hause zu gestalten, und um in diesem Bereich noch weitere
Produkte entwickeln zu können, wurde der Firmenname „wir sind sichtbar"
festgelegt.

Aufgrund meiner deutlich erkennbaren Liebe zur Arbeit im Bereich
Sichtbarkeit im Strassenverkehr, und aufgrund meiner eigenen kleinen
Produktion, bekam ich 2016 die Gelegenheit, bei einem wundervollen
Projekt des Innenministeriums mithelfen zu dürfen. Aus nicht mehr
benötigten Wetterschutzjacken der Polizei hatte der Studiengang
Modedesign unter der Leitung von Prof. Glomb einige Taschenmodelle
entworfen als Upcycling Projekt. Diese Taschen sollten durch ihre
neongelbe Farbe sowie durch die vorhandenen Reflektorstreifen Kinder
unterwegs im Dunkeln besser sichtbar machen. Für drei Modelle der
Kollektion durfte ich die Fertigung übernehmen. Hier anbei einmal ein paar
Bilder dazu.

Diese Aktion hatte mich persönlich voll überzeugt, und ich hatte ein
weiteres spannendes Einsatzgebiet für mich entdeckt. Upcycling bedeutet,
Müll zu vermeiden. Man kann so tolle Taschen, Accessoires und vieles mehr
aus nicht mehr benötigter Arbeitskleidung entstehen lassen, und an Ideen
fehlt es hier absolut nicht. So entwickelte sich „wir sind sichtbar" nun weiter zum Partner für das Upcycling Projekt der NLStBV. Die drei Linien der
„ROBUST - wie wir" Kollektion entstanden hier in liebevoller Arbeit mit Blick
auf's Detail.

zum Shop

Und last but not least habe ich mit all' dem noch die Möglichkeit, etwas
Gutes für meine große Liebe - die Natur - zu tun. Ein Teil der Einnahmen
geht an die Stiftung Unternehmen Wald, um deren
Wiederaufforstungsprojekte zu unterstützen.

Dies ist also die kleine Entstehungsgeschichte von wir-sind-sichtbar.de. Bei
Fragen, Anregungen und Ideen freue ich mich über eine E-Mail an info (at)
wir-sind-sichtbar. de

 

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